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Packen für den Wohnmobilurlaub – das gehört in Koffer & Co.

Packen für den Wohnmobilurlaub – das gehört in Koffer & Co. - stellplatz.info

Einer der größten, oft übersehenen Vorteile des Wohnmobils gegenüber anderen Urlaubsformen ist es, dass es wenige Einschränkungen beim Gepäck gibt. Doch diese Freiheit hat auch räumliche Grenzen. Deshalb muss man beim Packen mit System vorgehen, damit man nicht „alles und doch nichts“ mitnimmt. Die folgende Checkliste soll dabei behilflich sein.

Check 1: Kleider

Klar, ohne Klamotten würde man in keinen Urlaub fahren. Doch das ist nicht der Grund, warum dieser Punkt als erstes in der Liste steht. Denn trotz seiner Größe ist ein Wohnmobil kein Lieferwagen. Darin kann man weder großformatige Reisekoffer noch Taschen so verstauen, dass sie nicht im Weg sind. 

Das bedeutet, dass man an Kleidern nur das mitnehmen sollte, was sich in den Schränken und Verstau-Lösungen sinnvoll unterbringen lässt. Besonders bei Miet-Mobilen ist es deshalb immens wichtig, vor dem Urlaub diese Staufächer auszumessen. 

Wer die Möglichkeit hat, das Mobil am Tag vor der Reise vor die eigene Haustür zu stellen, sollte sie nutzen, denn so lässt sich alles bequem hineintragen und direkt an der endgültigen Position verstauen. 

Und dann sollte die „Großwetterlage“ Beachtung finden. Weder auf regulären Stellplätzen, noch Campingplätzen im Ausland ist es nötig, wirklich „edle“ Bekleidung mitzunehmen – es sei denn, man plant entsprechende Aktivitäten außerhalb davon. Die Kleider sollten deshalb nach der Grundregel „bequem und strapazierfähig“ gewählt werden. Als Grundausstattung pro Nase in einem normalen Sommerurlaub gilt deshalb:

  • 1 Lange Jeans
  • 2 Shorts / Sommerröcke
  • 4 T-Shirts / kurzärmelige Freizeithemden
  • 1 Trainingshose („Gammel-Outfit“)
  • 10 Sätze Unterwäsche
  • 1 Satz Badesachen
  • Turnschuhe, „edlere“ Schuhe & Badelatschen

Mehr braucht es kaum. Zudem sollte man sich die entsprechenden Campingplätze vorher im Web anschauen. Manche sind mit Waschmaschinen ausgestattet, viele jedoch nicht. Eine Alternative können sogenannte Campingwaschmaschinen sein – im Notfall tut es aber auch Waschbecken und eine Tube Reisewaschmittel.

Check 2: Navigation

In manchen Wohnmobilen gehören Navigationsgeräte zur Grundausstattung, in anderen jedoch nicht. Ohne sollte man jedoch in keinem Fall losfahren, denn die Satellitengeräte machen das Reisen schlicht einfacher.

Aber: Ein Wohnmobil ist je nach Ausführung wesentlich höher als ein PKW. Handelsübliche Navis und auch Softwares für Smartphones sind jedoch in der Regel nur für Auto-Abmessungen ausgelegt. Verwendet man diese im Wohnmobil, kann es 99-mal gut gehen und beim 100. Mal steht man dann vor einer niedrigen Brücke und produziert ein blökendes Hupkonzert hinter sich. 

Aus diesem Grund sollte man nur wohnmobilgerechte Navis bzw. Handysoftware verwenden – alternativ gehen auch Geräte, die für LKW entworfen wurden. Zudem sollte auch der gute alte Reiseatlas einen Platz bekommen. Wenn man nämlich ohne richtiges Ziel durch die Landschaft gondeln will, bringt einem das Navi wenig. Mit dem Atlas hingegen kann man sich inspirieren lassen und zudem auch wesentlich einfacher entsprechende Routen vorplanen und dann ins Navi übertragen. 

Check 3: Für die Kids

Camping mit den Kids
Ein Zelt ermöglicht kleine „Abenteuerurlaube im Urlaub“ und zudem auch, die Rasselbande für etwas „Mama-Papa-Zeit“ einfach „auszulagern“.

Vor allem Neulinge machen den Fehler und glauben, dadurch, dass ein Wohnmobil verhältnismäßig klein ist, müssten sie ihren Kids diese Enge durch ein Mehr an Spielzeug schmackhaft machen – Unsinn. Schon die Reise an sich ist für Kinder Abenteuer pur. Erst recht wenn der Campingplatz in der Natur liegt und der Nachwuchs mit anderen Kids von Abenteuer zu Abenteuer stürzen kann. Die Packliste für Beschäftigungsutensilien ist dementsprechend kurz:

  • Leeres Malbuch + Buntstifte
  • Pfeifenreiniger, um damit Figuren und Co. zu basteln
  • Kleiner Lenkdrachen (am besten eine „Lenkmatte“ ohne anfälliges Gestänge)
  • Ein paar Spielzeugautos / Puppen
  • Sandkasten-Utensilien
  • Schwimmsachen (Reifen, Flügel usw.)
  • Ball & Handpumpe

Das war es aber. Je nach Platz werden Kids sogar diese wenigen Sachen kaum anfassen. Ein Tipp von weitgereisten Camping-Veteraneneltern – nehmen Sie ein Zelt mit. Auf Campingplätzen können die Kinder damit nämlich auch mal überdacht ohne Mama & Papa spielen und für Kids im Teenageralter ist es die Möglichkeit, den Urlaub abseits der Eltern zu genießen (die so auch etwas Zeit für sich bekommen). Bei den wichtigsten Zelt-Kriterien kann man an der unteren Schwelle ansetzen, ein Zweimann-Iglu ohne Spezialfeatures reicht völlig aus. Stauraum findet sich ja im Wohnmobil.

Für Eltern mit Babys übrigens noch ein Tipp. Es ist überflüssig, die Reise mit Tonnen von Windeln anzutreten. Die gibt es in wirklich jedem Land und den allermeisten Campingplatz-Kiosken.

Check 4: Strom- & Wasserversorgung

Dieser Tipp richtet sich vor allem an Wohnmobillisten mit eigenem Gefährt. Die Strom- und Wasserversorgung wird bei vielen sträflich vernachlässigt, dabei ist sie essentiell wichtig. Denn auf keinem Platz wird der nächste Anschluss so vorliegen, wie man ihn eigentlich braucht – und Wohnmobiltanks und -batterien können erschreckend schnell leer sein. 

Um das Abzufedern, muss man an mehreren Fronten angreifen. Die Wasser-Packliste umfasst deshalb:

  • 2x 5m hochwertiger Gartenschlauch, so hat man je nach Hahn-Abstand keine Stolperfallen.
  • 1x Kupplungssatz zum Verbinden beider Schlauchstücke
  • 1x Universaladapter („Wasserdieb“)
  • Hahn-Anschluss ¾ & ½ Zoll
  • 4x Gardena-Anschlüsse (um die Schläuche mit dem Wasserdieb bzw. den Hahn-Anschlüssen zu verbinden)
  • 1x Faltkanister
  • Desinfektionsspray / Desinfektionstücher zum Reinigen von Fremdanschlüssen
Gartenschläuche für die Wasserversorgung
Billigschläuche halten oft nur „von zwölf bis mittags“. Lieber etwas mehr ausgeben und dafür Material bekommen, das viele Reisen mitmacht.

Ergänzend dazu die Packliste für den Strom:

  • 25m robustes Baustellenkabel (bitte keine Billig-Kompromisse)
  • 2x Camping-Stromadapter (Campingstecker auf normale Stecker)
  • Dreierstecker für die blauen CEE-Campingstecker
  • 1x Rolle Gewebeklebeband wasserfest (zum Aufrollen, Abdichten usw.) 

Check 5: Nahrung

Beim leiblichen Wohl gilt praktisch das gleiche, was auch bei den Windeln gilt. Man muss sich nicht auf einen mehrwöchigen Trip durch menschenleere Einöden vorbereiten und dazu das Wohnmobil mit dutzenden Dosen und Co. vollladen. 

Erfahrene Camper verfolgen eine zweigleisige Politik:

  • Eine vollwertige Grundausstattung für drei Tage (damit man nach Anreise nicht direkt in den Supermarkt muss)
  • Eine kleine Auswahl von Lieblingsspeisen, die es im Urlaubsland nicht gibt (es soll Menschen geben, die ohne Kartoffelsuppentopf keine zwei Wochen überstehen)

Grundzutaten wie Nudeln, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch gibt es hingegen überall zu kaufen. Viel wichtiger ist es jedoch, die richtigen Basis-Kochutensilien dabei zu haben:

  • Stapelbare Töpfe
  • Klappgriff-Pfanne
  • Gewürze (gibt es in Mehrfach-Spendern, die Salz, Pfeffer und Co in einem Gehäuse enthalten)
  • Instantbrühe
  • Essig & Öl
  • Tütensoßen
  • Instantkaffee

Also kleine Dinge, die nicht viel Platz wegnehmen, aber es ermöglichen, ein Essen zu kochen, ohne wirklich alles im Supermarkt holen zu müssen. Und natürlich kann man die Gelegenheit auch nutzen, um etwas Neues auszuprobieren. Etwa spezielle wohnmobiltaugliche Rezeptideen oder einfach etwas aus der lokalen Küche – mit dem Smartphone sind solche Rezepte spielend leicht gefunden.

Grillen: platzsparende Klapp-Varianten
Wenn ein Grill mitmuss, sollte es die platzsparende Klapp-Variante sein und nicht das XXL-Luxusmodell „Smoker“.

Check 6: Universelle Helferlein

Bis zu diesem Punkt kann man durchaus in einen schönen Wohnmobilurlaub starten. Aber es gibt auch noch eine ganze Reihe von Dingen, die einem den Trip etwas versüßen oder schlicht erleichtern. Diesen Helferlein widmet sich der vorletzte Punkt der Packliste. 

  • ZWEI Kulturtaschen – denn auf vielen Campingplätzen sind die Waschräume nach Geschlechtern getrennt. So kann man dennoch gleichzeitig die Morgentoilette absolvieren.
  • Ein hochwertiges Fernglas. Zum Natur-Beobachten oder einfach nur beim Wandern. Bitte jedoch keine 20-Euro-Billigstücke aus dem Supermarkt, gute Ferngläser beginnen ab 100 Euro.
  • Eine Reiseapotheke mit allen wichtigen Medikamenten sowie Pflaster, Brandsalbe, Aspirin und Schmerztabletten.
  • Nähzeug – bei so wenig Kleidung trifft einen jeder abgesprungene Knopf ganz empfindlich. Zum Set gehören auch mindestens zehn Sicherheitsnadeln.
  • Microfaser-Badetücher. Diese trocknen um einiges schneller als ihre normalen Äquivalente aus Frottee und sind wesentlich reisetauglicher.
  • Eine Campinglaterne, wahlweise mit Lampenöl oder mit Gas und Glühstrumpf. Ein sehr gemütliches Licht wenn man abends vor dem Wohnmobil sitzt.
  • Zwei LED-Stirnlampen. Halten die Hände frei und bewähren sich spätestens, wenn man in der Dunkelheit den Weg zu den Toiletten finden will.
  • Zehn Saugnapf-Haken. Lassen sich im Wohnmobil an jeder glatten Oberfläche befestigen, spurenlos wieder entfernen und halten vom Löffel bis zum Handtuch alles dort, wo es gebraucht wird.
  • Ein wirklich reisetaugliches Versteck für Wertsachen. Keine offensichtliche Geldbox, sondern beispielsweise eine umgearbeitete Sonnencremetube oder eine gereinigte, undurchsichtige Ketchupflasche im Kühlschrank.
  • Eine wasserdichte Picknickdecke – für den Stopp zwischendurch oder einfach verregnete Tage

Sehr bewährt hat sich zudem eine Kunststoff-Tragebox mit sicher verschließbarem Deckel. Darin finden von feuchtigkeitsempfindlichen Küchenzutaten wie Mehl und Zucker bis hin zu ebenfalls Nässe nicht zugetanen Geräten wie Elektronik Platz.

Check 7: Ü wie überflüssiger Ballast

Bleiben natürlich noch eine Reihe von Dingen, die vor allem Anfänger für unerlässlich halten, die jedoch in Wirklichkeit pure Platzverschwendung sind. 

  • Kinderwagen sind sperrig. Babys können in einer Trage oder per Tuch vor die Brust gebunden transportiert werden; für ältere Kinder reicht ein Klapp-Buggy.
  • Schlafsäcke engen ein und werden selbst für die nebenan zeltenden Kids nicht benötigt. Besser, weil universell sind per Reißverschluss schließbare Decken.
  • Gummistiefel. Wenn man nicht gerade im Spätherbst campen fährt, werden sie nie getragen. Bei Sommerregen reichen Badelatschen und Kids profitieren vom Barfußlaufen.
  • Wasserreinigungstabletten. Es geht auf gut versorgte Camping- und Stellplätze in Erstweltländer, nicht in den brasilianischen Regenwald.
  • Bücher. Sind für ihre Größe extrem schwer und dazu auch für einen echten Leseratten-Vorrat sperrig. Heute sollte es ein E-Book-Reader sein – 100 Bücher im Format eines A5-Heftes.
  • Reservekanister. In Europa ist das Tankstellennetz hervorragend ausgebaut. Wer bei viertelvollem Tank die nächste Zapfsäule ansteuert, wird nie Probleme bekommen.
  • Haartrockner – Föns gibt es in praktisch jedem Campingplatz-Waschraum.

Und auf der Fahrt sollte man das Wohnmobil so beladen, dass die schweren Sachen wie etwa Dosen in der verschließbaren Kiste so tief wie möglich über den Achsen gelagert werden. So rollt der Inhalt nicht herum und bringt das empfindliche Ladungs-Gleichgewicht nicht in Schieflage.

Fazit

Das Wohnmobil ermöglicht es einem, wesentlich mehr mitzunehmen als auf einer Auto- oder Flugreise. Dennoch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, den halben Hausstand zu verladen. Auch Wohnmobilstauraum ist begrenzt – begrenzter als jeder Hotelzimmerschrank. Was man persönlich wirklich braucht, zeigt nur die Erfahrung. Wer öfters unterwegs ist, sollte deshalb alles rauswerfen, was er nach zwei Reisen immer noch nicht benötigt hat.

Bildquellen: 1) fotolia.com © mocromonkey; 2) fotolia.com © FotoKachna; 3) fotolia.com © Gina Sanders; 4) fotolia.com © nd3000

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