Wohnmobilstellplatz bei Regenwetter – und nun?

Wohnmobilstellplatz bei Regenwetter – und nun? - Stellplatz.Info

So sehr es Wohnmobilisten auch genießen, durch diese Reiseform sämtliche Zügel in der Hand zu halten, so lässt es sich doch nicht von der Hand weisen, dass diese Kontrolle spätestens im Einflussbereich von Petrus eine ziemlich harsche Grenze findet – in jedem Urlaubsland kann sich zu jeder Zeit auf jedem Stellplatz das Wetter gegen einen verschwören und gar nicht urlaubstaugliche Formen annehmen – nicht nur, aber besonders mit Kids ist dann Kreativität gefragt, damit es auf engem Raum nicht zu grassierender Langeweile kommt. 

1. Vorplanen

Kaum ein Wohnmobil-Trip wird ins Blaue hinein angetreten. Der Trick ist, einfach bei diesen Vorbereitungen ein noch größeres Augenmerk darauf zu legen, was am Zielort alles an alternativen Ausflugsmöglichkeiten für den Fall bereitsteht, dass das Wetter nicht mitspielt. Das können zum Beispiel sein:

  • Spaßparks / Indoor-Spielplätze (Trampolin, Klettern usw.)
  • Hallenbäder / Thermen
  • Museen
  • Kinos
  • Freizeitparks
  • Burgen, Schlösser usw.

Wenn man pro Stellplatz rund zehn solcher Möglichkeiten in Petto hat, reicht das völlig aus und man hat auch bei länger andauernden Schlechtwetterphasen immer ein Ass im Ärmel.

2. Tablet & Handy

Natürlich kann man auch einen ganzen Regentag lang nur im Wohnmobil sitzen und auf Facebook und Co. surfen – besonders spaßig ist das aber nicht, vor allem angesichts der Tatsache, dass auf vielen Stellplätzen die WLAN Versorgung mehr als zu wünschen übrig lässt. 

Dennoch können die elektronischen Helferlein in vielerlei Hinsicht als Ablenkung von Nutzen sein, nämlich dann, wenn man sie zur Spielkonsole umfunktioniert. Die derzeit beliebtesten Spiele für Android und iOS sind: 

  • RollerCoaster Tycoon Classic (Wirtschaftssimulation)
  • Super Mario Run (Jump ´n Run)
  • Pianista (ähnlich Guitar Hero)
  • Bully (Third Person Adventure)
  • Retro Winter Games 1986 (Sportspiele-Remake)
  • Minimize (Puzzlespiel)
  • LVL (3D-Puzzlespiel)
  • Dont’t starve – Shipwrecked (Survival-Adventure)
  • Galaxy on Fire 3 (Weltraum-Simulation)
  • Xenaroid (Weltraum-Shooter)

Der Nachteil dieser Games, bei aller Finesse, ist, dass sie nur eine Person beschäftigen können. Wer Multiplayer-Spiele haben möchte, muss auf Dinge wie Minecraft, Trivial Pursuit & Friends oder Worms 2 ausweichen. Diese können dann entweder zusammen oder zumindest reihum gespielt werden, sodass auch mehrere Personen zu beschäftigen sind.

3. Klassiker ganz neu

Eine alte Wohnmobilisten-Regel besagt, dass keine Urlaubsausrüstung komplett ist ohne einen Karton mit einer Spielesammlung – und selbst in unserer modernen, elektronischen Welt hat dieser Satz nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit – denn Brett- und Gesellschaftsspiele sind zuvorderst erst einmal völlig unabhängig von Internet- oder Stromversorgung und können notfalls noch im Kerzenschein gespielt werden.

Und sie fesseln nicht nur eine Person, sondern die ganze Familie, bringen sie zusammen und lassen sie das Regenwetter gemeinsam „abwettern“ statt eine Gruppe Individuen zu sein, die auf ihre Bildschirme starrt. 

Was in eine Spielesammlung gehört, das entscheidet meist der Hersteller. Dazu gehört aber in jedem Fall:

  • Mensch ärgere dich nicht
  • Kniffel
  • Mühle
  • Dame
  • Schach
  • Kartenspiel

Was für diese Klassiker-Spiele spricht, ist vor allem der geringe Preis – in guter Qualität kosten Markensammlungen keine 20 Euro. Allerdings können auch diese Spiele auf die Dauer langweilig werden – was aber nicht allgemein gegen Brettspiele sprechen sollte, denn davon werden auch heute noch jährlich dutzende neue auf den Markt gebracht. 

Gesellschaftsspiele wie Schlag den Raab, Tabu, Die Siedler von Catan, Risiko, Monopoly oder die Axis & Allies-Reihe sind zwar ein gutes Stück teurer als die Klassiker, haben dafür aber einen sehr hohen Spannungsfaktor und vielfältige Szenarien von Geschicklichkeit über Wissen bis hin zu Strategie - wenngleich sie ob ihrer Komplexität teilweise nicht unbedingt für Kids im Vorschulalter geeignet sind. 

Dennoch sind auch sie ein großartiger und vor allem gemeinschaftlicher Zeitvertreib – und als solcher nicht nur bei Schlechtwetterphasen von Nutzen, sondern auch an „normalen“ Abenden im Wohnmobil. 

4. TV & DVD

Natürlich bleibt auch immer noch die Möglichkeit, ausgedehnte Regenperioden vor der guten alten „Glotze“ zu überstehen. Dabei bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten:

  • TV-Empfang via Satellitenantenne
  • Anschluss eines DVD/Blu-Ray-Players
  • Verwendung einer Medien-Festplatte via USB

Herrscht zudem auf dem Stellplatz noch ein schnelles, signalstarkes WLAN vor, böte es sich darüber hinaus natürlich auch noch an, Filme via Amazon, Netflix und Co. zu streamen. 

Allerdings sollte man dabei unbedingt die Ausstattung seines Wohnmobils beachten – wenn die Geräte autonom laufen sollen, müssen sie mit der 12-Volt-Bordspannung auskommen und haben dann nur eine begrenzte Spieldauer, solange der Akku hält. Auf Stellplätzen, die mit einer Stromversorgung aufwarten, können natürlich auch handelsübliche Apparate zum Einsatz kommen. 

Analog zu den geänderten Zuschauergewohnheiten empfiehlt es sich auch, sich bei der Auswahl des „Spielplans“ nicht nur auf klassische Filme zu konzentrieren, sondern Serien vielleicht sogar den Vorzug zu geben. Denn diese haben einerseits den Vorteil, dass die einzelnen Folgen kürzer sind, sie somit dosierter geschaut werden können als ein zweistündiger Film. Und andererseits haben Serien eine sehr viel längere Gesamtspielzeit – reichen also auch mal für einen oder gar mehrere Tage aus. Nicht zuletzt dank der Tatsache, dass die Produzenten heute extrem großes Augenmerk auf langandauernde Spannungsbögen legen, kann schon eine DVD-Box mit einer Serie einen selbst über längere Schlechtwetterperioden bringen. 

5. Kompaktfaktor E-Book

Für Wohnmobil-reisende Leseratten konnte es gar keine bessere Erfindung als das E-Book geben. Einfach schon aus dem Grund, dass sich darauf ganze Bibliotheken abspeichern lassen, ohne mehr Platz wegzunehmen als ein Reiseführer und das beim Gewicht zweier Tafeln Schokolade.

Genau aus diesem Grund gehört ein E-Book-Reader mit einer Auswahl an Büchern diverser Genres sowieso fast schon zur Pflichtausstattung eines Wohnmobils – auch angesichts der Tatsache, dass die günstigen Modellen wie der Amazon Kindle auf dem Prinzip des „Elektronischen Papiers“ basieren – also nur dann Strom verbrauchen, wenn eine Seite neu aufgebaut – sprich „umgeblättert“ wird. 

Kommt noch hinzu, dass heute praktisch sämtliche Neuerscheinungen sowie die meisten Bestseller vergangener Jahre in elektronischer Form vorliegen – und dazu noch einen ganzen Berg an literarischen Klassikern, die es obendrein oft auch noch völlig kostenlos zum Download gibt. Einschränkungen gegenüber Papierbüchern gibt es also weder bei der Auswahl, noch der Lesbarkeit. Im Gegenteil, so mancher ältere Wohnmobilist wird sogar davon profitieren, dass E-Book-Reader es ermöglichen, die Schriftgröße und den Zeilenabstand einzustellen.

Bildquelle: fotolia.com © henkbouwers

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